• Katja Schoißengeyr

Brennessel - nicht nur lästiges Unkraut

Die meisten kennen die Brennnessel nur als lästiges Unkraut und wissen nicht wirklich was sich in dieser Pflanze eigentlich alles verbirgt. Ist natürlich verständlich, wenn man bedenkt, dass man als kleines Kind schon gesagt bekommt man soll die Brennnessel nicht angreifen, da sie sticht und brennt. Doch eigentlich sollten sich die Gärtner unter uns freuen, wenn sie wächst, denn das tut sie nur auf besonders fruchtbarem und nährstoffreichem Boden. Sie wird auch gerne als Dünger verwendet.



Wenn man sich das Blatt der Brennnessel mal genauer ansieht, kann man die kleinen, feinen Härchen erkennen, die dafür verantwortlich sind, dass es eine Zeit lang brennt, wenn man sie anfasst. Beim Berühren des Blattes dringt das Härchen, wie eine kleine Nadel in die Haut ein und das Köpfchen, das mit dem "Giftstoff" der Brennnessel gefüllt ist platzt. Dies verursacht das furchtbare jucken und stechen und die roten Flecken auf der Haut. Deshalb empfiehlt sich beim Sammeln, von unten nach oben zu pflücken oder noch besser, Gummihandschuhe zu tragen. :) Die jungen Triebe haben auch noch sehr wenige Härchen, da sich die erst etwas später bilden.


Lange war diese besondere Pflanze auch für mich ein "lästiges Unkraut" bis mir meine Mama eines Tages eine superleckere Brennnesselsuppe kochte. Dieses Rezept und auch das für eine leckere grüne Smoothiebowl findet ihr dann weiter unten im Beitrag, denn vorher möchte ich euch noch etwas über die "Superkräfte" der Brennnessel erzählen.



Die Wirkung der Brennessel ist beim Blatt, beim Stängel, den Samen und auch bei der Wurzel eine andere. Verwertbar sind diese Teile aber alle. Die Blätter und Stängel können gekocht, aber auch roh verwendet werden. Roh geht das relativ gut, wenn man die Brennnesselblätter mixt oder mit einem Nudelholz drüber rollt, sonst wirds etwas unangenehm mit den kleinen Härchen. Total lecker sind die Blätter auch überbacken mit Palatschinkenteig. In den Blättern sind Flavonoide enthalten, die für die harntreibende, entgiftende und entschlackende Wirkung verantwortlich sind. Deshalb wird ein Brennesseltee aus den Blättern oft bei einer Blasenentzündung oder anderen Beschwerden der ableitenden Harnwege empfohlen. Die Brennnessel hat auch einen enorm hohen Proteingehalt. (der liegt in etwa bei 40%,was mehr ist als in Soja!) Deshalb kann sie jede Speise nicht nur mit wertvollen Vitaminen (besonders Vitamin A und C) aufpeppen, sondern auch als gesunde Proteinquelle dienen. Aus den Samen lässt sich auch ziemlich einfach ein Proteinpulver kreieren, das man über den Winter verwenden kann. Man trocknet sie dafür am besten einfach in einem Dörrautomaten (bei nicht mehr als 40 Grad, sonst gehen die Vitamine verloren) und mahlt sie anschließend. Die Samen sind aber auch roh genießbar, aber am liebsten sind sie mir geröstet oder getrocknet. Da sind sie zum Knabbern oder als Salatbeilage einfach der Hit. Die Samen schmecken nicht wie die Blätter, spinatähnlich, sondern etwas nussig, das peppt jeden Salat auf.


Aber nicht nur im Essen, sondern auch in der Körperpflege ist die Brennnessel, nicht mehr wegzudenken. Die Brennnesseltinktur zum Beispiel eignet sich super als Beigabe zum Shampoo oder zu Haarkur für Personen mit Schuppen oder als Haarwuchsmittel. Es lässt sich auch ganz einfach ein Brennnesselhaarwasser herstellen, das man bei jeder Haarwäsche ins Haar einmassieren kann. Dazu nimmt man einfach 2 volle Hände Brennnesseln, 50 ml Apfelessig und 200ml Wasser, kocht dies auf und füllt es abgesiebt in eine Flasche ab. Aufbewahren sollte man das Haarwasser im Kühlschrank und für nicht länger als 3 Wochen.

Auch im Badewasser, kann ein zuvor gekochter Brennnesseltee hilfreich sein, bei beispielsweise Allergien (auf der Haut) oder einfach nur zur besseren Durchblutung.



So aber jetzt zu meiner Brennnesselsuppe:

Ihr benötigt:

-2 große Hände voll Brennnesseln

-500g Kartoffeln

- 2 Zwiebeln

- Salz und Pfeffer

- 2,5l Wasser

Die Zwiebel anrösten. Dann die gewaschenen Brennnesselblätter dazugeben und kurz dünsten lassen. Inzwischen die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Als nächstes die Kartoffeln und das Wasser zugeben und köcheln lassen, bis die Kartoffeln durch sind. Dann pürieren mit dem Pürierstab und mit Salz und Pfeffer abschmecken.



Und hier gibts noch das Rezept zum Smoothie:

- 1 handvoll Brennnessel

- 2 TL Leinsamen

- 1 Banane

- 1 Apfel

- Nüsse und Co. für das Topping

- 150ml Wasser

Alles in den Smoothiemaker und mit allen möglichen Früchten, Nüssen etc. toppen oder einfach aus dem Glas genießen.


Ich hoffe euch hat mein Beitrag gefallen, ich wünsche euch viel Spaß beim ausprobieren der Rezepte. Markiert mich gerne in euren Beiträgen oder schickt mir Bilder von euren Kreationen.



Alles Liebe

Eure Katja



*Ich möchte eindeutig darauf hinweisen, dass ich weder Wissenschaftler noch Arzt bin und meine Aussagen lediglich auf meinem Wissen, angeeignet durch Bücher, Workshops und Artikel, beruhen. Ich übernehme keine Haftung!

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