• Katja Schoißengeyr

Bärlauch- unser Waldknoblauch

Aktualisiert: 7. Apr 2019

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber Bärlauch mag ich unglaublich gerne. Vor allem weil er nach einem langen Winter den "Kräuterfrühling" einläutet und man trotz des knoblauchartigen Geschmackes, nicht so wie bei Zwiebel und Knoblauch, Angst vor Mundgeruch haben muss. Außerdem kann er super einfach selbstgepflückt werden. Meistens findet man ihn in schattigen und feuchten Laub- bzw. Mischwäldern. Bitte beachtet, dass ihr mindestens zwei Drittel der Pflanze stehen lässt, damit sie genug Kraft hat Blüten zu bilden und wir auch im nächsten Jahr wieder genug pflücken können. Bitte Vorsicht beim Pflücken! Verwechslungsgefahr mit der Herbstzeitlose oder dem Maiglöckchen! Informiert euch gut und wenn ihr euch nicht sicher seid, dann pflückt ihn lieber nicht. Die einfachste Methode um beim Pflücken auch sicher zu sein, ob es wirklich Bärlauch ist, ist die Geruchsprobe, denn der Geruch von Bärlauch ist unverkennbar und intensiv. ( Der Geruch wird ausgelöst durch das Pflücken oder Schneiden, denn dadurch kommt das Alliin (Schwefelverbindung) in Kontakt mit der Allinase (Enzym). Das Alliin wird umgewandelt in Allicin, das den typischen Geruch macht.) Wenn man aber schon recht viel gepflückt hat, ist man sich da auch oft noch unsicher, da einfach alles nur noch nach Bärlauch riecht. Aber man kann die Pflanzen auch an dem Stängel und den Blättern sehr gut unterscheiden, der Bärlauch bildet pro Stängel nur ein Blatt aus, das Maiglöckchen hat mehrere Blätter an einem Stängel und bei der Herbstzeitlosen fehlt der Stängel ganz.



Auch der Geschmack unseres "wilden Knoblauchs", ist ein richtiges Erlebnis. Da die Bärlauchrezepte momentan überall nur so rausschießen, möchte ich euch im folgenden Beitrag nicht nur ein einfaches und schnelles Rezept für einen Bärlauchhummus präsentieren, sondern auch nützliche Infos zu diesem Wildkraut geben. Außerdem findet ihr weiter unten auch ein Brotrezept. Gemeinsam mit dem Bärlauchhummus hab ich das Brot dann zu einer Brottorte verwandelt. Diese Idee möchte ich ebenso mit euch teilen.

Nun zum Bärlauch und seiner Wirkung als Heilkraut. Bärlauch enthält, wie die meisten Kräuter oder Blattgemüse, sehr viel Wasser. Beim Bärlauch sind das um die 93%. Zudem ist er auch reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Unter anderem finden wir im Bärlauch Vitamin C, A, B1 und B6, sowie Eisen, Kalium, Mangan, Magnesium, Calcium und Phosphor. Was sehr interessant ist, ist dass in unserem "Waldknoblauch" dreimal so viel Vitamin C zu finden ist wie in Orangen. In 100g Bärlauch findet man in etwa 150mg Vitamin C! Da das mehr ist als die empfohlene Tagesdosis eines Erwachsenen, kann man sagen Bärlauch ist eine wahre Vitamin C Bombe. Das Vitamin C wichtig, für die Stärkung unseres Immunsystems ist, ist den meisten bekannt, aber auch für die Fettverbrennung und als Antioxidans ist es von Bedeutung. Wer also ein gesundes Körpergewicht erreichen oder halten möchte, sollte auf eine ausreichende Vitamin C Zufuhr achten und diesbezüglich die Bärlauchsaison gut nutzen. Nicht nur roh oder gegart kann man ihn zu sich nehmen, auch eingefroren, getrocknet oder eingelegt lässt sich der Bärlauch verwenden. Um die Heilkraft vom Bärlauch optimal zu erhalten, eignet sich das Herstellen einer Bärlauchessenz. (Eine Flasche mit geschnittenen Bärlauchblättern befüllen und dann 40%igen Kornbranntwein dazu geben. Mindestens 2 Wochen lang an einem warmen Platz ziehen lassen und dann absieben und in eine dunkle Glasflasche füllen. täglich bis zu 4 mal 10 bis 15 Tropfen einnehmen. Kann man bei Durchfall, zur Unterstützung des Gedächtnisses, unreiner Haut oder chronischen Hauterkrankungen, Arteriosklerose, Hypercholesterinämie, Schlafstörungen oder einfach nur zur Vorbeugung in der Grippezeit verwenden. )



Aber nicht nur die Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente machen den Bärlauch so besonders wirksam, sondern auch die sekundären Pflanzenstoffe. Im Bärlauch sind sehr viele dieser Stoffe, unter anderem einige Schwefelverbindungen (z.B.: Alliin), die entgiftend, entzündungshemmend und abschwellend wirken. Das Alliin macht den Bärlauch auch zu einem natürlichen Antibiotikum durch seine keimtötende und antibakterielle Wirkung. Auch als Regulator für den Cholesterinspiegel und Mittel gegen Arteriosklerose ist er bekannt.

Eine weitere wunderbare Wirkung hat auch der Pflanzenfarbstoff Chlorophyll, der im Bärlauch zahlreich enthalten ist. Davon hat er nämlich mehr als z.B. die Brennnessel oder Petersilie. Chlorophyll verbessert die Blutbildung und somit auch die Sauerstoffversorgung im Körper. Für die Entgiftung ist die Powerkombination von Vitamin C, Chlorophyll und Schwefelverbindungen, im Bärlauch echt perfekt.



So nun möchte ich euch mein Hummusrezept mit Bärlauch nicht mehr vorenthalten.

- 180g gequollene und gekochte Kichererbsen (entweder selber quellen lassen und kochen oder aus dem Glas)

- Saft von einer Zitrone

- einen Bund Bärlauch

- Salz

- 150ml Wasser

Einfach alle Zutaten in den Mixer geben, mixen und fertig! Einfach, lecker und sehr sehr schnell. :)

Das Rezept für mein Brot:

500g Dinkelmehl

- 1 Würfel Germ

- 500ml lauwarmes Wasser

- 150g Kerne oder Samen (Leinsamen, Chiasamen, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Kürbiskerne)

- 1 EL Essig

- 2 TL Salz

- Backpapier

Also zuerst den Germwürfel in dem Wasser auflösen. Inzwischen die restlichen Zutaten zusammen mischen. Dann das Wasser mit dem Germ zugeben und mit einem Löffel mischen. Alles in eine Brotbackform geben (Backpapier verwenden), für die Brottorte in eine Tortenform geben. Für etwa eine Stunde bei nicht vorgeheiztem Ofen auf Ober- und Unterhitze backen.

Für die Brottorte dann das Brot in der Mitte durchschneiden und den Hummus aufstreichen. Verziert hab ich meine Torte mit Topfenaufstrich und Gemüse. :) Viel Spaß beim Nachmachen. Ich würde mich freuen eure Kreationen auf Instagram zu sehen. ;)

Eure Katja



Bei Fragen, Anmerkungen oder Beschwerden bitte scheut euch nicht mich zu kontaktieren.

Ich beiße nicht und freue mich über euer Feedback! :)

*Ich möchte eindeutig darauf hinweisen, dass ich weder Wissenschaftler noch Arzt bin und meine Aussagen lediglich auf meinem Wissen, angeeignet durch Bücher, Workshops und Artikel, beruhen. Ich übernehme keine Haftung!

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